Lyrik und Prosa von Gerhard Pollheide
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Hier entsteht eine Folge von Texten in Lyrik und Prosa aus den vergangenen 40 Jahren.
Gedichte, Prosa und Essays
Ohne Zuwanderung steht Deutschland still
Von Gerhard Pollheide, Lübbecke
Wer morgens im Krankenhaus gepflegt wird, mittags im Restaurant bedient, abends mit dem Bus nach Hause fährt oder sein Paket entgegennimmt – der begegnet Menschen mit Migrationshintergrund. Sie arbeiten. Sie zahlen Steuern. Sie halten dieses Land am Laufen. In Westdeutschland hat jeder Dritte einen Migrationshintergrund. In Ostdeutschland ist es etwa jeder Neunte. Aber überall gilt: Ohne diese Menschen gäbe es in vielen Bereichen keinen Betrieb mehr. Keine Pflege. Kein Bau. Keine Gastronomie. Keine Logistik. Keine IT. Keine Zukunft.
Die Erwerbstätigenquote von Menschen mit Migrationshintergrund liegt in Westdeutschland bei über 70%. Sie zahlen Milliarden an Steuern und Sozialbeiträgen. Sie finanzieren mit, was wir alle brauchen: Schulen, Straßen, Renten, Krankenhäuser. Sie konsumieren, gründen Firmen, bilden aus. Ihre Sozialbeiträge helfen, die Versorgung in strukturschwachen Regionen Ostdeutschlands aufrechtzuerhalten – und sie sind oft bereit, dort zu arbeiten, wo andere nicht mehr hinziehen.
Sie sind nicht das Problem – sie sind Teil der Lösung. Und was bekommen sie dafür? Misstrauen. Ablehnung. Hass. Dabei ist die Wahrheit einfach: Wer mitarbeitet, gehört dazu. Punkt.
Wir haben ein demografisches Problem. Immer mehr Menschen gehen in Rente, immer weniger rücken nach. Ohne Zuwanderung bricht unser System zusammen – wirtschaftlich, sozial, menschlich. Wer gegen Migration hetzt, sägt an dem Ast, auf dem wir alle sitzen. Wer Menschen ausgrenzt, die mithelfen, schwächt unser Land. Wer Vielfalt bekämpft, bekämpft die Zukunft.
Deutschland braucht Zuwanderung. Mehr denn je. Nicht aus Mitleid. Sondern aus Vernunft. Nicht als Geste. Sondern als Überlebensstrategie.
Es ist Zeit, das laut zu sagen. Und klar. Damit es auch der Letzte versteht.
***
Nach der Stille
Unter den verrottenden Zweigen meiner Gedanken, verstrickt im Schutt, knistert im November das Erwachen des Frühlings. Das Echo meiner verschluckten Worte hallt pochend in meiner Brust wider. Es schenkte mir die verzauberten Lieder meiner südlichen Seele zurück.
In den Überresten von Mauern vergangener Zeiten, aus dem Schiefer am Wegesrand, sprießen zarte grüne Triebe. Durch die Rauchschwaden meiner Pfeife erkannte ich neues Licht. In der gefallenen Stille vergangener Tage flogen meine Gedankenfunken zurück zu den vertrauten Liedern.
Ich hörte meine Vögel. Sie schwiegen nicht länger.
***
Träume dürfen tanzen
- Für Anita –
Ein Essay von Gerhard Pollheide
Meine innere Reise – herausfordernd, voller Fragen, voller Schatten: Ein Dialog mit mir selbst.
Brauche ich Hilfe, um meinen Weg fortzusetzen? Meine Gedanken kreisen um einen weiteren Tag des Wartens. Vielleicht wird mein zukünftiger Weg weniger steil. Doch die Vergangenheit beunruhigt mich. Aber ich habe meine Lektionen gelernt.
Hilfe? Von wem denn? Ich verachte die Verkündungen der Wirtschafts- und Politikwelt. Wie sie den Himmel vergolden, so vergolde ich meine Träume und sehe darin selbst im Sturm Fackeln an meiner Seite.
Die Liebe zu diesem Land wohnt noch immer in mir, aber anders: Keine Flagge, kein Schwur; eher eine Sehnsucht, die von Blumen träumt und Zigeunermusik in sich trägt. Meine Liebe ist wie die Hoffnung eines durstigen Esels auf Wasser.
Im Trümmerhaufen meiner Seele belade ich meinen Wagen mit diesem Gerümpel, denn es muss weg. Wieder einmal ziehe ich gen Süden, ohne zu wissen, was mich erwartet. Ich weiß nur, dass ich gehen muss, um mich vom Seelenmüll zu befreien. Mit jedem südlichen Schritt höre ich Lieder auf einer klagenden Geige, gespielt von einem Mann, der sagt: „Ich bin kein Shinto – ich bin ein Zigeuner wie du.“ Da wird mir klar: „Musik ist nicht nur Klang, sondern eine Quelle des Menschseins.“
Nachts, weiter südlich, lacht eine junge Frau neben ihrem Kochtopf. Er steht auf offener Flamme. Sie trägt einen dünnen goldenen Film auf ihren Schultern: Eine Erinnerung an ihren Weg durch den Sand. Ich sage zu ihr und zu mir selbst in dieser staubigen Steppe: „Ich liebe dich, mich und das Leben, weil es nie aufhört, Fragen zu stellen.“
Dann nahm sie lächelnd meine Hand und tanzte mit mir.
***
Narben leben in den Wolfsnächten
Essay von Gerhard Pollheide
Ich schreibe nicht, um zu erklären. Ich schreibe, weil ich spüre. Meine Worte entstehen dort, wo die Nacht ihre Zähne zeigt und die Narben zu sprechen beginnen. „Narben leben in den Wolfsnächten“ ist kein Text, den man einfach liest – er ist ein Zustand, eine Bewegung, ein inneres Wetter. Ich habe ihn nicht geplant, ich habe ihn zugelassen.
Wenn ich schreibe, dann nicht aus Klarheit, sondern aus Notwendigkeit. Ich taste durch Nebel, durch Erinnerungen, durch Fragen, die keine Antworten wollen. Ich bin kein Erzähler, ich bin ein Suchender. Und dieser Essay ist mein Versuch, das Unfassbare zu berühren – mit Bildern, die sich nicht fassen lassen, mit Gedanken, die sich selbst entziehen.
Wer mit mir geht, geht nicht auf geraden Wegen. Aber vielleicht begegnet er sich selbst – in einem Satz, in einem Bild, in einer Stille zwischen den Worten.
***
Meine Maske
Mein altes Herz liebt die vielen Narben. Sie leben in meinen Wolfsnächten. Das weiß ich und das spüre ich. Doch was ist Wissen? Ist es gesprungenes Holz des gestrigen Sommers?
Dort hängt verstaubt neben dem Spiegel meine Maske.
Wieder frage ich mich, wer hat mit mir abgestimmt meine Stunden, wer hat gefangen meine Jugend? Schlaflos suche ich mit jetzt klaren Augen Antworten in meiner alten, müden Welt. Aber ich sehe nichts, nur Nebelschwaden, die an mir zerren. Gegen alle Vernunft erlischt meine Hoffnung im Sein.
Doch die erloschene Hoffnung birgt alte Sehnsucht. Ich bin immer noch offen unter meiner traurigen Haut. Manchmal lachte sie. Nicht oft – aber täglich so ein bis zwei Mal. Das ist gut. Ich erkenne dann das Maximum und hoffe, dass meine Trauer schlafen geht. Dann werde ich wieder atemlos lachen.
Wie viele Leben bildet ein Baum? Auch er hat eine Frontseite. Meine ist offen wie die Brunnen. Wer ist Inhaber von wem in den Mauerresten unserer Zeit? Gestern wartete ich dort am anderen Ufer. Niemand kam. Doch der nicht kam, wollte wissen, was ich weiß. Ich erzählte vom täglichen Umziehen in meinem Kopf.
Das sind lange Wege. Zuviel Gepäck kostet so viel Zeit. Mehr als ich einfach so wegdrücken kann. Träumend suche ich Wunder. Doch das sind reine stolze Köpfe. Die bekommen Honiglohn für tausend Geheimnisse. Ich aber sitze dort, wo die Schlange zischt, bewacht von Schlafliedern vor meiner Tür, denn Dunkelheit fällt auf mich herab.
Die Nacht gebiert kein frühes Rot, zu flüchtig ist ihr Blick. Staub weht herein und endlose Stille. Ich sehe keinen Mond, der Wolken jagt. Meine Worte fehlen mir heute. Sie warten auf den Fischerbooten, die niemals zurückkehren. Darum tragen meine Worte heute kein Laub und weil die Nachtfinger mich klammern.
Hinausgehend traf ich den Sturm. Sein Kind verweht zwei Blätter. Ich werfe meinen Hut ins Feuer, denn Schönheit trägt offenes Haar. So wie die Feen, die quer übern Himmel jagen.
Vor meinen Augen verschwimmen Boote hinterm Horizont. Ich winke zu den Wellen mit meinem weißen Taschentuch, immer wieder, schon so viele Tage.
Worauf soll ich warten?
Meine Kräfte rinnen wie feiner Sand und draußen fallen die Sterne. Ich lebe in schneeloser Zeit. Staubmäntel in den Lüften betrachten mein Land. Debattieren mit meinem Geist habe ich aufgegeben, weil es mich tief verletzte. Ich spüre Auflehnung in mir und denke dabei wieder an Tabellen, mit denen ich oft überlebte. Die konnte ich drehen, wie ein Boot.
Wer hilft mir neu zu beginnen? Was ist schon sicher, wenn Steine wieder Feuer fangen. In Deutschland zerbricht einiges. Doch die einst starken Äste brechen nicht nur durch Eis, auch durch Hände und vorm Knie. Wenn die Rosen weinen, dann fällt immer wieder ein Blatt im kräuselnden Rauch. Kein Untergang den wir nicht planten.
Doch ich bin nicht ihr Wächter. Ich sehe nur und sage. Hier bei mir träume ich von Möwen. Sie fliegen frei über den Ziegen am steilen Hang. Die fressen dort letztes Grün mit geschlossenen Augen. Hineingeworfen ins Land haben viele Seelen blutige Knochen. Sie flohen vor Staub und vor Eisen. Und was tue ich? Ich schreibe – das ist viel.
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Gedanken – die sich weigern – still zu sein
Ich schreibe, weil ich nicht anders kann. Weil die Nacht mir ihre Finger zeigt und meine Gedanken sich weigern, still zu sein.
„Narben leben in den Wolfsnächten“ ist kein Abschluss, sondern ein Atemzug – einer von vielen, die ich in dieser Zeit gemacht habe.
Nicht alles, was ich schreibe, verstehe ich ganz. Aber ich spüre seine Wahrheit – so, wie sie zu mir gehört. Ich habe keine Antworten gegeben, nur Spuren gelegt. Vielleicht sind sie verwischt, vielleicht führen sie ins Offene.
Am Ende bleibt mir nur das: Ich bin da. Ich habe gesehen. Ich habe gesagt. Und ich schreibe weiter – weil das notwendig ist.
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Jihans Flüchtlingsreise hin zum Licht
Und über den Wert eines deutschen Versprechens
Ein Essay von Gerhard Pollheide
Aufbruch
In diesem Essay widme ich mich der bewegenden Geschichte einer jungen Frau, die ich in Anlehnung an eine Begegnung in Düsseldorf Jihan nennen will, deren Flucht und innere Reise exemplarisch für die Kraft des menschlichen Geistes und die Macht des Lichts stehen. Es ist eine Erzählung von Mut, Hoffnung und der Suche nach Wahrheit in einer Welt voller Dunkelheit und Bedrohung.
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Die Flucht und der innere Kampf
Jihans Flucht begann in Afghanistan, wo sie aufgrund ihrer Arbeit für Deutschland während des Krieges in großer Gefahr war. Sie musste ihr Heimatland verlassen und fand Zuflucht in einem abgelegenen Flüchtlingslager in Pakistan. Dort lebte sie unter schwierigen Bedingungen, während sie auf eine Lösung hoffte.
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Die Wimpern der Erinnerung
Sie ging, weil das Versprechen sie rief – wie ein Flüstern im Sturm. Ihr Herz trug die Farben der Hoffnung, doch die Wege waren grau, die Zäune rostig, die Stimmen der deutschen Bürokratie klangen wie fernes Metall.
Jihan trug ihr Heimatland in den Wimpern, in jeder Träne ein Gebirge, ein Lied, ein Kind. Sie würde nicht nur ihr Land verlassen, auch ihre Sprache. Die Geschichte ihres Landes, die in ihr wohnte, würde fremd werden.
Der Himmel über dem Lager war stumm, aber in ihr sangen die Erinnerungen wie ein Flüstern im Sturm. Und sie ging weiter, weil das Versprechen sie rief.
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Im Lager und auf der Flucht selbst war Jihan mit den Schrecken des Krieges und den politischen Verwerfungen der Region konfrontiert, die das Leben vieler Menschen zerstört hatten. Diese historischen Hintergründe prägen ihre Geschichte und geben ihr eine tiefere Dimension, die über das Persönliche hinausweist. Das abgelegene, von Zäunen umschlossene Flüchtlingslager war trostlos, doch das Licht der Hoffnung und des Mutes durchbrach die allgegenwärtige Dunkelheit. Diese Strahlen durchdrangen die Grenzen der physischen Welt und erhellten die verborgenen Tiefen ihres Geistes mit einer fast göttlichen Klarheit. Die Kraft des Lichts offenbarte Wahrheiten und Hoffnungen, die weit über das Gewöhnliche hinausgingen.
Tag für Tag unternahm Jihan den schmerzhaften Versuch, das Lager hinter sich zu lassen. Fortzugehen bedeutete für sie auch einen endgültigen Abschied von ihrem Heimatland Afghanistan. Ihr Abschied war ein Weinen mit jeder Wimper. Eine tiefe Traurigkeit erfüllte ihr Herz, doch sie wusste, dass ihr Weg der Flucht von immenser Bedeutung war. Ihre Flucht war Ziel und zugleich eine Reise durch die Schleier der Erinnerung und die Schatten vergessener Träume. Sie sollte sie vor dem sicheren Tod bewahren.
Eine Rückkehr nach Afghanistan war nicht möglich, doch ihr wurde ein Bleiberecht in Deutschland mit Asylanspruch zugesprochen. Das Versprechen war Hoffnung, doch diese Hoffnung drohte zu versiegen. Deutschland schottete sich ab.
Zwischenklage: Das deutsche Versprechen
Doch zwischen dem Versprechen und der Erfüllung lagen Jahre der Angst, der Entwurzelung, der Einsamkeit. Mehr als zwei Jahre in einem trostlosen Lager, umgeben von Zäunen, bedroht vom Vergessen. Ihre Geschichte ist kein Einzelfall – sie ist ein Prüfstein. Aber es gab Widerstand gegen die deutsche Praxis des Vergessens.
„Widerstand ist kein Recht; er ist eine Pflicht, jedem Menschen mitgegeben“, schrieb Heinrich Böll. Doch was bleibt von dieser Pflicht, wenn der Staat sich zurückzieht? Wenn das Versprechen, das Deutschland gab, sich in Bürokratie verliert und in politischen Debatten relativiert wird?
Seit dem Fall Kabuls 2021 warten Tausende afghanische Flüchtlinge in Pakistan auf ihre Ausreise nach Deutschland – viele mit offizieller Aufnahmezusage. Sie haben Interviews geführt, biometrische Daten abgegeben, medizinische Untersuchungen bestanden.
Und doch: Die versprochene Aufnahme bleibt aus. Die neue Bundesregierung hat das Resettlement-Programm im April 2025 ausgesetzt. Die Betroffenen leben in Angst vor Abschiebung, ohne Zugang zu Bildung oder Arbeit, mit zerrissenen Hemden und erschöpften Herzen.
„Das Grundgesetz ist der Beichtspiegel der Nation“, auch das sagte Heinrich Böll. Doch wer beichtet hier wem? Die Bundesregierung hat Menschen in eine Zwischenwelt geschickt – zwischen UNHCR, deutscher Verwaltung und politischer Unentschlossenheit. Die Abschiebung von über 200 Menschen mit Aufnahmezusage durch Pakistan zeigt, wie brüchig das Versprechen geworden ist.
Die politische Debatte in Deutschland dreht sich zunehmend um Abschottung, während die zugesagten Aufnahmen kaum umgesetzt werden. Das Vertrauen, das Menschen wie Jihan in Deutschland gesetzt haben, wird durch administrative Verzögerung und politische Kälte erschüttert. Es ist nicht nur ein moralisches Versagen, sondern ein juristisches Dilemma: Denn ein Versprechen, das nicht eingelöst wird, ist keine Politik – es ist ein Verrat.
Ich frage mich, wann es an der Zeit ist, dass die Sprache des Staates wieder zur Sprache der Verantwortung wird. Nicht nur gegenüber den eigenen Bürgern, sondern gegenüber jenen, die für dieses Land ihr Leben riskierten, die auf Deutschlands Menschlichkeit hoffen.
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Ankunft und neue Bedrohungen
Jihans Hoffnung erfüllte sich nach mehr als zwei Jahren der Flucht, die in Afghanistan begann und sie über Pakistan führte und danach endlich in Deutschland ankommen ließ. Da eine Rückkehr in ihre Heimat ausgeschlossen war, wurde ihr hier Asyl gewährt und eine neue Existenz ermöglicht. Doch die Ankunft bedeutete nicht das Ende der Bedrohungen. In den Nächten, in denen sie durch ihre neue Heimat spazierte, oft wenn der Mond hoch am Himmel stand, dachte Jihan an die Schatten der Vergangenheit. Doch auch in Deutschland begegneten ihr neue Gefahren, die sich oft auf ihren Wegen zeigten.
Sie sah Gestalten in festen Stiefeln, mit kalten, stechenden Augen, die sie an die mörderischen Gruppen erinnerten, vor denen sie geflohen war. Diese Ängste waren tief in ihr verwurzelt und ließen sie wachsam bleiben. Trotz der Furcht flüsterte eine innere Stimme: "Deine Macht ist dein Licht."
Dieses Licht, das tief in ihr brannte, gab ihr Mut und Zuversicht. Es war eine Flamme der Erkenntnis, die sie durch die Dunkelheit führte und ihr half, die Herausforderungen ihres neuen Lebens zu meistern.
Ihr Weg blieb eine Pilgerreise zu einem tieferen Verständnis ihrer selbst und der Welt, die sie nun Heimat nannte.
Der Weg des Wachstums und der Erkenntnis
Mit jedem Schritt in die Ungewissheit spürte sie die wachsende emotionale Tiefe und Intensität ihrer Erfahrungen. Das Fortgehen war ein Akt des Loslassens gewesen, ein Weg, der ihr nicht nur Schmerz, sondern auch Wachstum und tiefgreifende Erkenntnisse brachte. Der Weg war ihr Ziel, und die bereits überwundene Zeit schenkte ihr Weisheit und Mut, weiter voranzuschreiten.
Obwohl die stechenden blauen Augen und die schweren Stiefel eine ständige Bedrohung darstellten, wusste Jihan, dass ihr inneres Licht ihr stets den Weg weisen würde. Den Weg zu Menschen, denen sie vertrauen konnte, die sie trösteten und umarmten. Diese bedrohlichen Gestalten erinnerten sie daran, wachsam zu bleiben und ihre innere Stärke zu kultivieren, denn ihr Glaube und ihre Entschlossenheit würden sie durch jede Herausforderung führen.
Jihan fand Trost in der Hoffnung, dass der rechtsradikale Irrsinn niemals die Oberhand gewinnen würde. Die Macht des Lichts, die in ihr und in den Herzen vieler anderer brannte, war zu stark, um besiegt zu werden.
Die Kraft des inneren Lichts
Jihans Geschichte zeigt eindrücklich, wie Flucht, Verlust und Neubeginn untrennbar miteinander verbunden sind. Ihre Reise von Afghanistan über Pakistan nach Deutschland ist nicht nur eine geografische, sondern vor allem eine innere Reise, die von Mut, Hoffnung und der unerschütterlichen Kraft des Lichts geprägt ist.
Sie lehrt uns, dass selbst in den dunkelsten Zeiten das innere Licht als Kompass dienen kann, der uns durch Ängste und Bedrohungen führt. Die Herausforderungen, denen sie begegnete, sind Mahnung und Ansporn zugleich, die Menschlichkeit und das Licht in uns zu bewahren und gegen die Schatten der Welt zu verteidigen.
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Die Hoffnung
Diese Erzählung ist ein Zeugnis für die Widerstandskraft des menschlichen Geistes und die Bedeutung von Hoffnung und innerer Stärke. Jihans Weg erinnert uns daran, dass Flucht und Neubeginn nicht nur äußere Umstände sind, sondern tiefgreifende Prozesse der Selbstfindung und des Wachstums.
Möge dieses Essay dazu anregen, die Kraft des Lichts in uns allen zu erkennen und zu fördern, um den Herausforderungen unserer Zeit mit Mut und Zuversicht zu begegnen. Die Geschichte von Jihan ist ein Aufruf, wachsam zu bleiben gegenüber den dunklen Mächten, die unsere Welt bedrohen, und gleichzeitig das Licht der Menschlichkeit und des Glaubens niemals erlöschen zu lassen.
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Nachklang
Hätten wir die notwendige Sprache,
flögen die Vögel wieder ins waffenlose Helle.
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Europa – Essay
Zwischen Erinnerung, Zorn und der Sehnsucht nach Würde
von Gerhard Pollheide
„Ich schrieb nicht nach Plan, nicht nach Konzept – sondern aus einem inneren Strom. Mein Text „Europa“ ist kein Gedicht, keine Rede, keine Analyse. Er ist ein Aufschrei. Ein Mosaik aus Bildern, Gedanken, Anklagen und Sehnsüchten. Ich habe keine lineare Geschichte erzählt, sondern eine seelische Landschaft betreten. Die Sprache ist gebrochen, widersprüchlich, poetisch und politisch. Ich habe gerungen um Sinn in einer Welt, die sich selbst verloren hat.
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Prolog – Nach der Meditation
Ich las Schiller. Ich las Brecht. Dann meditierte ich. Und was sich in mir sammelte, war keine Antwort – sondern eine Frage, die sich in tausend Stimmen auflöste. Ich schrieb, weil ich nicht anders konnte. Ich schrieb, weil Europa mir nicht gleichgültig ist. Ich schrieb, weil ich nicht schweigen wollte.
Der vollständige Ursprungstext „Europa“ befindet sich im Anhang dieses Bandes. Die folgenden Abschnitte beziehen sich auf dessen Inhalte und Motive.
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Zentrale Themen und Motive
Kapitel 1 – Der Verlust der Würde
„Menschen können nicht den Ausdruck der Würde geben. Nur Drogen und Schnaps halten die schlecht verschraubte Welt aus.“
Die Würde des Menschen – einst Fundament europäischer Aufklärung – ist nicht mehr sichtbar. Die Gesellschaft erscheint entmenschlicht, betäubt, ausgehöhlt. Die Welt ist „verschraubt“, künstlich, und die Menschen greifen zu Rauschmitteln, um sie zu ertragen.
Kapitel 2 – Die Entmachtung der Demokratie
„Waffen werden den Zetteln der Wähler vorgezogen.“
Hier wird die Demokratie selbst infrage gestellt. Die Wahlzettel – Symbol für Mitbestimmung – verlieren gegenüber der Gewalt. Die politische Ordnung wird durch militärische oder technokratische Macht ersetzt.
Kapitel 3 – Die gestohlene Zeit
„Beschäftigte mich mit der neuen Steppe der Zeit. Die mir gestohlen wurde von verwirrtem, unsicherem und verschwiegenem Pack.“
Die „Steppe der Zeit“ ist ein Bild für Leere und Orientierungslosigkeit. Ich und viele andere fühlen uns um unsere Lebenszeit betrogen – durch eine Gesellschaft, die uns nicht mitnimmt, sondern ausschließt.
Kapitel 4 – Die Herrschaft der Schwäche
„Wer ist dein Kabinett, das fürchtet zu leben. Verfaulte Stirne.“
Die politische Elite ist schwach, feige und verfallen. Sie nutzt die Not der Armen, um ihre eigenen Ziele zu verfolgen. Die Kritik richtet sich gegen eine entkoppelte Machtstruktur.
Kapitel 5 – Der Krieg im Alltag
„Der Krieg ist am blutigsten – jetzt bei uns. Küchenherde stören den Kampf.“
Der Krieg ist nicht nur militärisch, sondern sozial. Er findet im Alltag statt – in den Küchen, in den Straßen, in den Beziehungen. Die Herrschenden reden, die Armen hungern.
Kapitel 6 – Die verlorene Einheit
„Einheit konntet ihr durchaus entbehren. Ihr mischtet Studium mit Drogen.“
Die Idee von Einheit – ob politisch oder menschlich – ist verloren. Bildung wird mit Betäubung vermischt. Kultur und Geist werden nicht mehr verschenkt, sondern verkommen deshalb.
Kapitel 7 – Die Liebe als letzte Hoffnung
„Die Liebe, die den Tod schon wittert, wurde entdeckt und auch für dich gefunden.“
Trotz aller Zerrissenheit taucht die Liebe auf – nicht als romantische Flucht, sondern als existenzielle Kraft. Sie kennt den Tod, aber sie bleibt. Sie ist das, was Europa noch retten könnte.
Kapitel 8 – Europa als Idee
„Ein Reisender kennt keine Wende – und wünscht sich nur – Europas Glück.“
Europa ist hier nicht nur ein geografischer Raum, sondern ein Symbol. Für Kultur, für Ge-schichte, für Versprechen – aber auch für Verrat, Krieg, Entfremdung. Der Reisende steht an der Schwelle – und hofft.
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Interpretation als Ganzes
Ich habe Europa beschrieben – nicht als Land, sondern als Zustand. Ich sehe eine Welt, die ihre Würde verloren hat. Menschen, die sich selbst nicht mehr erkennen. Politik, die nicht mehr dient, sondern herrscht. Krieg, der nicht nur mit Waffen geführt wird, sondern mit Worten, mit Hunger, mit Gleichgültigkeit.
Ich habe mich selbst darin gesucht – zwischen Zorn und Sehnsucht. Ich bin nicht bereit, mich zu beugen. Ich will nicht Teil eines Systems sein, das Wahrheit, Liebe und Menschlichkeit verraten hat.
Ich habe Europa nicht verflucht – ich habe es angefleht, sich zu erinnern. An seine Dichter, seine Denker, seine Träumer. Ich habe geschrieben, weil ich glaube, dass ein Reisender, der an der Schwelle steht, noch Hoffnung bringen kann.
***
Epilog – Europahymne
Viel tausendmal verloren gab’s ein Wiedersehn.
Die Herrin sprach: „Legionen schweigt!“
„In anderen Tönen wollen wir verkünden,
dass Wanderer mit Mut noch für Europa stehen.
Und Waffenklang und Unterdrückung schwinden,
für den, der an der Schwelle steht!“
„Drum gebet, Völker,
euch ohn’ Angst die Hände!
Und schweiget einen Augenblick!“
„Ein Reisender zu uns kennt keine Wende!
Er steht für Frieden und für Europas Glück!“
***
Schmuddelkind
Ich bin nur ein Schmuddelkind
Sing´ nicht Euer Lied
Ihr kommt aus der Oberstadt
Ich komm aus der Unterstadt
Sing´ nicht Euer Lied
Ich bin ein bisschen verrückt
Doch manchmal
Wate ich in kurzen Hosen
Barfuß durch feuchten, warmen Sand
Ich trage einen Rucksack
Darin sind Brot und Wein
Ich setze mich an den Strand
Schaue das Meer
Rauche Tabak
Aus meiner alten, zerbissenen Pfeife
Die Sonne wärmt meine Knochen
Eine liebende Frau neben mir
Lächelt mich an
Und diese Welt schuldet mir nichts
***